Persepolis

Persepolis – Juwel des Achämenidenreichs und UNESCO-Weltkulturerbe   Persepolis (griechisch für „Stadt der Perser“), die altpersische Residenzstadt, zählt zu den beeindruckendsten archäologischen Stätten der Welt und wurde 1979 als eines der ersten Denkmäler des Iran in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Ruinen zeugen von der Pracht, der Organisation und der multikulturellen Toleranz des ersten […]

 

Persepolis (griechisch für „Stadt der Perser“), die altpersische Residenzstadt, zählt zu den beeindruckendsten archäologischen Stätten der Welt und wurde 1979 als eines der ersten Denkmäler des Iran in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Ruinen zeugen von der Pracht, der Organisation und der multikulturellen Toleranz des ersten persischen Großreichs, der Achämeniden-Dynastie (ca. 550–330 v. Chr.).

 

1. Gründung und Bedeutung

 

Die Errichtung von Persepolis wurde um 520 v. Chr. unter König Dareios I. dem Großen begonnen und unter seinen Nachfolgern Xerxes I. und Artaxerxes I. erweitert und vollendet.

  • Lage: Die Anlage befindet sich etwa 60 km nordöstlich der heutigen Stadt Schiras, in der historischen Region Parsa (heute Provinz Fars), dem Kernland der Perser.

  • Funktion: Persepolis war nicht die verwaltende, sondern die zeremonielle Hauptstadt des Reiches. Sie diente als prunkvoller Schauplatz für Empfänge, Staatshandlungen und insbesondere für die Feierlichkeiten zum persischen Neujahrsfest Norouz (Frühlingsbeginn).

 

2. Die Architektur und die Reliefs

 

Die Palaststadt wurde auf einer riesigen, teils künstlich angelegten Steinterrasse (etwa 450 m × 300 m) am Fuße des Berges Kuh-e Rahmat errichtet. Die Architektur ist ein Meisterwerk des achämenidischen Stils, der Elemente aus Mesopotamien, Ägypten und Griechenland harmonisch vereint.

Zu den wichtigsten Bauwerken auf der Terrasse gehören:

  • Das Tor aller Länder: Der monumentale Eingang zur Terrasse, errichtet unter Xerxes I., flankiert von kolossalen Stier- und Mischwesen (Lamassu). Inschriften in altpersischer, elamischer und babylonischer Keilschrift verkünden die Macht und Herrschaft des Königs.

  • Der Apadana-Palast: Die riesige Audienzhalle von Dareios I. und Xerxes I., deren Dach einst von 72 Säulen getragen wurde (heute stehen noch 14).

    • Die Apadana-Treppenreliefs: Die berühmtesten bildlichen Darstellungen der Anlage zeigen Delegationen aus den 23 Völkern des Achämenidenreichs, die dem Großkönig zum Neujahrsfest ihre Gaben (Tribute) darbringen. Diese Reliefs sind ein einzigartiges Zeugnis der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens im Reich.

  • Der Hundert-Säulen-Palast: Die zweitgrößte Halle der Anlage, die vermutlich als Thronsaal oder für militärische Empfänge diente.

  • Tachara: Der private Palast von Dareios I.

  • Hadish: Der private Palast von Xerxes I.

 

3. Zerstörung und Konservierung

 

  • Zerstörung: Die Pracht von Persepolis endete jäh im Jahr 330 v. Chr., als Alexander der Große die Stadt eroberte und in Brand setzen ließ. Die Zerstörung, die Berichten zufolge als Racheakt für die Zerstörung der Athener Akropolis durch Xerxes I. erfolgte, vernichtete die Dachkonstruktionen und hinterließ nur die massiven Steinsäulen und Mauern.

  • Konservierung: Ironischerweise trug die Zerstörung zur Konservierung bei. Die Ruinen wurden im Laufe der Jahrhunderte von Wüstensand und Schutt bedeckt, wodurch die Fundamente und vor allem die filigranen Reliefs vor Erosion geschützt blieben.

 

4. UNESCO-Welterbe und heutige Bedeutung

 

Die UNESCO würdigte mit der Aufnahme 1979 die herausragende universelle Bedeutung von Persepolis.

  • Kriterien: Die Stätte erfüllt mehrere Kriterien der UNESCO, insbesondere für ihr einzigartiges Zeugnis einer untergegangenen Hochkultur (Kriterium iii) und als architektonisches Meisterwerk und Inbegriff eines imperialen Machtzentrums (Kriterium i und ii).

  • Symbolik: Bis heute ist Persepolis ein mächtiger Identifikationsort für die Iraner mit ihrer reichen vorislamischen Geschichte. Es steht symbolisch für die Kontinuität und Größe der persischen Zivilisation, ihre Kunstfertigkeit und ihren einstigen Einfluss auf die Welt. Die erhaltenen Reliefs bieten Forschern unschätzbare Einblicke in die Verwaltung, die Völkerkunde und die kulturelle Vielfalt des Achämenidenreichs.

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