Stadt Schiras
Schiras (Shiraz)About City
Einleitung
Schiras (Shiraz), die Hauptstadt der zentraliranischen Provinz Fars, ist mit ungefähr 1,9 Millionen Einwohnern (Stand 2016) eine der größten Städte Irans. Gelegen im südlichen Zagros-Gebirge auf etwa 1.500 Metern Höhe, liegt die Stadt etwa 700 Kilometer südlich von Teheran.
Fars gilt als die historische Wiege des Perserreiches. Ihr Name leitet sich vom altpersischen Parsa ab, dem Ursprung des Begriffs „Persien“. Die Provinz war die Heimat der Achämeniden-Dynastie und der Sassaniden-Dynastie. Schiras, bekannt als die „Stadt der Dichter, Rosen und Gärten“, ist das kulturelle Herz dieser bedeutenden Region.
Darüber hinaus ist Schiras weltweit berühmt für seine üppige Gartenkultur, seine Fülle an Blumen und seine berühmten Rosenzüchtungen. Folglich bezeichnen die Menschen die Stadt oft als „Garten Irans“ – ein Charakter, der schon beim Durchfahren des äußeren Torbogens auffällt und die Besucher augenblicklich verzaubert.
Geschichte und Ursprung: Die Persische Wiege Fars
Das Gebiet von Schiras gilt seit über 2.500 Jahren als das Mutterland des achämenidischen Persiens. Tatsächlich brachte die Region zwei der bedeutsamsten altpersischen Königshäuser hervor: die Achämeniden (559 bis 330 v. Chr.) und die Sassaniden (224 bis 651 n. Chr.).
Von Tiraziš zur Kulturellen Metropole
Der früheste Hinweis auf die Stadt findet sich auf elamitischen Schrifttafeln aus dem Jahr 2000 v. Chr., welche Schiras unter dem Namen Tiraziš erwähnen. Durch Lautverschiebungen entwickelte sich die Bezeichnung später zur heutigen neupersischen Form Schiras.
- Elamitischer Ursprung: Steintafeln, die Bauarbeiter fanden, lassen vermuten, dass die Stadt bereits vor der Einwanderung der Perser existierte.
- Achämenidische Macht: Ihre städtische Größe sowie ihre wirtschaftliche und politische Bedeutung erreichte Schiras jedoch erst unter den Persern. So erwähnen Verwaltungstontafeln aus Persepolis die Stadt häufig.
- Zentrum nach Alexander: Nachdem Alexander der Große Persepolis zerstörte, übernahm Schiras die Rolle als kultureller Mittelpunkt der Perser.
- Blütezeit und Bedrohung: Im Mittelalter war Schiras der Wohnsitz islamischer Dynastien wie der Buyiden und Salghuriden, unter deren Ägide die Stadt florierte. Später führten mongolische, türkische und afghanische Überfälle zu Dezimierung und Zerstörung.
- Neuer Aufschwung: Erst unter der Regierung Karim Khan-e Zands ab Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung, insbesondere in Wirtschaft und Kultur, bevor ein schweres Erdbeben am 20. Juni 1824 die Stadt stark demolierte.
Kulturelles Erbe und Offenheit von Schiras
Die Einwohner von Schiras gelten traditionell als offen und liberal. Daher erklärte man die Stadt offiziell zur Kulturhauptstadt Irans. Von 1967 bis 1977 veranstaltete man hier das überregional bedeutende Schiras-Kunstfestival. Ein besonderes Zeichen der Vielfalt ist die relativ große jüdische Gemeinde mit heute ungefähr 10.000 bis 12.000 Einwohnern.
Die Wirtschaft: Fokus auf Landwirtschaft, Handwerk und Handel
Die Wirtschaft von Schiras ist eng mit ihrer geografischen Lage und den fruchtbaren Böden der Provinz Fars verbunden. Die Region ist ein Zentrum für Landwirtschaft und Gartenbau, wobei die Produktion von Blumen, Rosen und verschiedenen Agrarprodukten im Vordergrund steht, was ihren Beinamen "Garten Irans" erklärt. Traditionell stellen die Handwerker in der Stadt hochwertige Handwerksprodukte und Teppiche her.
Der Stadtname Schiras ist international zudem als Synonym für die Rotweinsorte Syrah/Shiraz bekannt. Obwohl historische Theorien eine Herkunft aus Persien nahelegten, widerlegten genetische Analysen in den 1990er Jahren, dass die Rebsorte tatsächlich aus der iranischen Stadt stammt. Vielmehr liegt ihr Ursprung im französischen Rhônetal.
Die Antike Pracht der Provinz Fars: UNESCO-Welterbestätten
Die Provinz Fars beherbergt einige der wichtigsten archäologischen Stätten der Welt, die die Größe der persischen Zivilisation belegen. Eine Reise nach Schiras bietet die perfekte Basis, um diese antiken Stätten zu erkunden.
Die Monumente der Achämeniden-Dynastie in Fars
Die Ruinen in Fars sind von globaler Bedeutung und gehören zum UNESCO-Welterbe.
- Persepolis (Takht-e Dschamschid): Die einstige monumentale Zeremonialhauptstadt des Achämenidenreichs (6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) in Fars.
- Pasargadae: Die erste Residenzstadt der Achämeniden und Grabstätte von Kyros II. (Kyros dem Großen) in Fars.
- Naqsch-e Rostam: Eine antike Nekropole in Fars mit den Felsengräbern von vier achämenidischen Großkönigen sowie beeindruckenden sassanidischen Felsreliefs.
Die Unvergleichlichen Sehenswürdigkeiten in Schiras
Als Wiege der persischen Kultur beherbergt Schiras einige der schönsten und spirituell bedeutendsten Stätten des Iran.
Gärten, Poesie, Religion, Architektur und Handel in Schiras
- Bāgh-e Eram (Eram-Garten): Dieser prachtvolle, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Garten, ist das beste Beispiel für die persische Gartenkultur. Er fasziniert durch seine historischen Gebäude und eine vielfältige Pflanzenwelt, die zur friedlichen Atmosphäre beiträgt.
- Grab des Hafis (Hafezieh): Die Ruhestätte des berühmten persischen Lyrikers Hafis ist einer der beliebtesten Wallfahrtsorte des Landes. Die Anlage ist für ihre ruhige Atmosphäre bekannt, wo sich Menschen treffen, um die Verse des Dichters zu rezitieren.
- Schrein Shah-e-Cheragh: Dieses bedeutende schiitische Heiligtum beeindruckt durch seine faszinierende Architektur und eine tief spirituelle Atmosphäre. Die Innenräume, die oft mit komplexen Spiegelarbeiten verziert sind, zeigen ein Meisterwerk persischer Baukunst.
- Nasir al-Mulk Moschee (Rosa Moschee): Sie ist berühmt für ihre einzigartige farbige Glasmalerei. Wenn die Morgensonne durch die Fenster scheint, taucht das Licht den Innenraum in ein traumhaftes, kaleidoskopartiges Licht, was einen unvergesslichen Anblick schafft.
- Vakil Bazar: Dies ist ein lebhafter, historischer Basar, dessen Bau auf die Zand-Dynastie zurückgeht. Dort findet man unter gewölbten Passagen zahlreiche Geschäfte und Stände, wo lokale Waren, Gewürze und das berühmte persische Kunsthandwerk gehandelt werden.
- Qavam-Haus: Ein historisches Adelshaus mit wunderschönen Gärten und außergewöhnlicher Architektur, das tiefe Einblicke in das Leben der persischen Adelsfamilien der Qajar-Ära bietet.
- Maharloo-See: Ein einzigartiger Salzsee in der Nähe von Schiras, der unter bestimmten Bedingungen im Frühling durch das Wachstum von Algen eine rosa Färbung annimmt und ein beeindruckendes Naturereignis darstellt.
Die Aromatische Küche von Schiras
Die persische Küche in Schiras ist bekannt für ihre aromatische Vielfalt, die Kombination frischer Kräuter, Hülsenfrüchte, Reis und herzhaftem Lammfleisch. Charakteristisch sind die ausgewogenen Gewürzmischungen, die den Gerichten Tiefe und Komplexität verleihen.
- Baghali Polo ba Mahitsche: Duftender Basmatireis, zubereitet mit dicken und grünen Bohnen (Baghali) und frischem Dill. Diesen Gericht servieren die Köche mit einer zart geschmorten Lammhaxe (Mahitsche) und einer würzigen Sauce.
- Kalam Polo-ye Shirazi: Geschichteter, duftender Reis mit Kohl (oft Kohlrabi), einer großen Menge aromatischer Kräuter und winzigen, gewürzten Hackfleischbällchen (Ghelgheli). Dies ist einzigartig in Fars.
- Salad-e Shirazi: Der beliebteste Beilagensalat Irans. Ein erfrischender, einfacher Salat aus fein gewürfelten Gurken, Tomaten und Zwiebeln, den die Köche mit Limettensaft anmachen.
- Faludeh-ye Shirazi: Das ikonische, halbgefrorene Dessert aus Schiras in Fars. Es besteht aus dünnen, vermicelliartigen Stärkenudeln in einem eiskalten Sirup aus Rosenwasser und Zucker.
- Ash-e Shirazi: Ein kräftiger, regionstypischer Eintopf (Ash) aus verschiedenen Bohnen, frischen Kräutern und gelegentlich Nudeln – eine nahrhafte und würzige Speise.
Schlusswort
Schiras ist mehr als nur eine Stadt – sie ist der Inbegriff der persischen Zivilisation, ein Ort, wo Poesie, Gartenkunst und Architektur auf harmonische Weise verschmelzen. Gerade die Pracht der Nasir al-Mulk Moschee, die friedliche Atmosphäre am Grab des Hafis und die Schönheit des Eram-Gartens machen Schiras zu einem unverzichtbaren Ziel auf jeder Iranreise.
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