Stadt Kerman
KermanAbout City
Einleitung
Die Stadt Kerman ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Südosten des Iran. Sie liegt auf einer Ebene, nahe der berühmten Wüste Dascht-e Lut, auf einer Höhe von 1.755 Metern. Die Region ist teilweise von malerischen Bergen umgeben. Mit über 738.000 Einwohnern (Stand 2016) zählt Kerman zu den fünf bedeutendsten historischen Städten des Iran. Die Stadt ist seit jeher ein wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Ihre tief verwurzelte Geschichte macht Kerman zu einem faszinierenden Reiseziel. Ferner ist die Lage nahe der Wüste der ideale Ausgangspunkt für Abenteuer. Diese Stadt vereint persische Kultur mit der Nähe zur Wüste.
Die Tief Verwurzelte Geschichte
Von Karamani zur Seldschuken-Hauptstadt
Die Historie ist lang und oft von turbulenten Ereignissen gekennzeichnet, was die Widerstandsfähigkeit der Stadt unterstreicht. Die Griechen kannten die Stadt unter dem Namen Karamani. Es wird angenommen, dass Kerman im 3. Jahrhundert vom Sassanidenkönig Ardaschir I. als Ardashir-Choreh errichtet wurde. Anschließend trug die Stadt für Araber den Namen Bardasir und für Perser Guwaschir. Von 1048 bis 1188 war diese Stadt der Mittelpunkt des Reiches der Kerman-Seldschuken. Sultan Qawurd errichtete dieses Reich, welches die herrschende Buyiden-Linie stürzte. Der Einfluss der Seldschuken verbreitete sich rasch bis nach Oman, was die strategische Bedeutung von Kerman belegt.
Das Massaker von 1794 und Teppichkunst
Obwohl ein Großteil der muslimischen Bevölkerung bereits früh schiitisch war, wurde die Stadt erst 1502 von Safawiden-Schah Ismail I. besetzt. Die Stadt blieb bis 1794 Sitz des letzten Zand-Prinzen. Bekannt – und traurig berüchtigt – wurde Kerman durch das Massaker von Agha Mohammed Khan im Jahr 1794. Nach der gewaltsamen Einnahme ließ er alle männlichen Einwohner umbringen oder blenden. Infolgedessen wurden Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft und die Stadt systematisch zerstört. Trotz dieses traumatischen Ereignisses ist die Stadt heute ein Symbol persischer Widerstandsfähigkeit.
Darüber hinaus war Kerman ein traditioneller Mittelpunkt für die Anfertigung von Perserteppichen. Die Qualität des Handwerks ist legendär, wie der Verkauf eines Kerman-Teppichs aus dem 17. Jahrhundert für 5,5 Millionen Pfund im Jahr 2010 belegt.
Kultur, Religion und Geologie
Religiöse Vielfalt
Die Mehrheit der Bevölkerung ist schiitisch-islamisch. Jedoch gibt es eine kleine, aber bedeutsame zoroastrische Minderheit in der Stadt und der Provinz. Der Zoroastrismus ist eine alte Religion des Iran. Kerman ist daher neben der Provinz Yazd ein wichtiger Ort für die Zoroastrier, die zur kulturellen Tiefe der Stadt beitragen.
Kerman als Erdbebengebiet
Die Region liegt in einer geologisch aktiven Zone. Daher wurde Kerman im Laufe der Geschichte von schweren Erdbeben heimgesucht, wie 1981 und dem verheerenden Beben nahe Bam (2003, Stärke 6,6). Weil viele Gebäude aus Lehmziegeln gebaut sind, können sie Erdbeben kaum standhalten.
Sehenswürdigkeiten und Architektur
Die Bauwerke spiegeln die reichen Handels- und Handwerkstraditionen wider und bieten einzigartige architektonische Lösungen für das Wüstenklima.
- Der Ganj Ali Khan Komplex und Basar: Der historische Kern von Kerman ist der Ganj Ali Khan Komplex und der Wekil-Basar (Karawanserei-i-Wekil). Die Karawanserei besticht durch fein gekachelte Wände. Tatsächlich erstreckt sich die Hauptgeschäftsstraße über mehr als einen halben Kilometer. Sie gilt als die längste Basarstraße im persischen Raum und ist ein lebendiges Zeugnis des historischen Handelszentrums.
- Windtürme: Charakteristisch für die Architektur sind die überragenden Windtürme (Bordsch-e Kabutar). Diese sind typisch für persische Wüstenregionen wie Yazd oder Isfahan. Die Windtürme besitzen offene Schächte, die kühlende Luft in die Räume des Erdgeschosses leiten. Dies ist eine geniale architektonische Lösung, da die Temperatur hier oft 20 bis 30 Grad unter den oberen Etagen liegt.
- Hamam des Ibrahim Khan: Weitere Sehenswürdigkeiten sind das verzierte Eingangsportal zur Theologischen Fakultät (Medresseh) und das Hamam des Ibrahim Khan (Badehausmuseum). Beide Portale (Anfang 19. Jh.) sind mit farbenfrohen Fayencen geschmückt. Besonders die Innenräume des Hamam beeindrucken mit Wandmalereien und Wachsfiguren in traditioneller Kleidung.
Kulinarische Spezialitäten der Provinz Kerman
Die lokalen Gerichte von Kerman sind einzigartig und spiegeln die reichen Gewürze und Produkte der Region wider.
- Boz Qormeh: Ein lokaler, reichhaltiger Eintopf aus Lammfleisch, Kichererbsen, Zwiebeln, Safran und Kashk (getrockneter Joghurt).
- Qoot (oder Qovvot): Ein berühmtes nahrhaftes Pulver aus gerösteten Samen, Getreide und Gewürzen, das als Energiesnack oder Süßigkeit aus Kerman verzehrt wird.
- Kolompeh: Ein traditionelles Kermāni-Gebäck, das mit Datteln und Kardamom gefüllt und mit kunstvollen Mustern verziert ist.
Wichtigste Produkte und Souvenirs von Kerman
Die Produkte sind weltweit bekannt.
- Kerman-Pistazien: Die Provinz Kerman, insbesondere die Region um Rafsandschan, ist eines der größten Anbaugebiete für Pistazien weltweit. Die Nüsse aus Kerman gelten als besonders hochwertig.
- Perserteppiche (Kerman-Teppiche): Kerman ist ein historisches Zentrum der persischen Teppichknüpfkunst. Die Teppiche sind bekannt für ihre hohe Knotendichte, die Verwendung von Korkwolle und kunstvolle florale oder zentrale Medaillonmuster.
- Pateh: Eine traditionelle, feine Textilkunst von Frauen aus Kerman. Dabei werden dicke Wollstoffe mit farbigen Baumwollfäden bestickt.
Das Tor zur Lut-Wüste
Kerman ist ein historisch bedeutendes und widerstandsfähiges Zentrum im Südosten des Iran. Als ehemaliger Mittelpunkt der Seldschuken und weltberühmtes Zentrum der Teppichherstellung besitzt Kerman einen einzigartigen kulturellen Reichtum. Die Architektur ist perfekt an das Wüstenklima angepasst – mit beeindruckenden Windtürmen und der längsten Basarstraße des Iran. Die kulturelle Landschaft wird durch die Präsenz des Zoroastrismus bereichert. Kulinarisch glänzt Kerman mit traditionellen Eintöpfen und den weltbesten Pistazien. Trotz der Herausforderungen durch Erdbeben bleibt Kerman ein faszinierendes Ziel.
Schlusswort
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